Der Klimawandel schreitet schneller voran als gedacht. In fast allen Bereichen verlaufen die Entwicklungen schneller als bisher angenommen. sagte der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber der Saarbrücker Zeitung. Der Forscher warnt vor einer dramatischen Beschleunigung der Erdwärmung. Wir sind auf dem Weg zur Destabilisierung des Weltklimas viel weiter fortgeschritten, als die meisten Menschen und ihre Regierungen denken, sagte der Klimaschutzbeauftragte der Bundesregierung. So deute vieles darauf hin, dass derzeit einige Klima- Kippunkte aktiviert würden. 1. 2009
Klimamuster am Nordpol umgeschlagen
Das arktische Meereis etwa schmelze schneller als erwartet, zudem gebe es Anzeichen, dass das gesamte Klimamuster am Nordpol bereits in einem neuen Zustand umgeschlagen ist. Für die Arktis sei bei der jetztigen Erderwärmung von 0,8 Grad die Grenzlinie offenbar überschritten.
Heutige Küste in Gefahr
Auch das Grönlandeis schmelze schneller als erwartet. Bei der Achilles-Ferse des Planeten schlechthin liege die Grenze bei etwa zwei Grad Erderwärmung. Wenn das Grönlandeis komplett kollabieren sollte, würde der Meeresspiegel laut Schnellnhuber um sieben Meter ansteigen. Dann gäbe es die heutigen Küsten nicht mehr, auch nicht in Deutschland. Es gebe rund ein Dutzend Kipp-Element im globalen Klimasystem, darunter auch der Amazonas-Regenwald und die Himalaja-Gletscher.
CO2-Ausstoß muss bis 2050 halbiert werden
Nur wenn die Erderwärmung bei 2 Grad gehalten werde, könne man die meisten Kipp-Vorgänge vermeiden, möglicherweise aber nicht alle. Dazu müsse der gobale CO2-Ausstoß bis 2050 halbiert werden, was für die Industrieländer ein Minus von 80 bis 90 Prozent bedeute. Bis 2020 müsse dieser Prozess eingeleitet sein. Wenn nur eine Seite versagt, Industrieländer oder Schwellenländer, dann ist ein desaströser Klimawandel unvermeidbar, sagte Schnellnhuber der Saarbrücker Zeitung.
29 Dez. 2008
Klimaschutzstudie sagt in Deutschland 500.000 Jobs voraus
Die Bemühungen um den Klimaschutz könnten in Deutschland einer Studie zufolge mittelfristig für ein Jobwunder sorgen.
Vier Forschungsinstitute haben nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" im Auftrag des Bundesumweltministeriums die ökonomischen Folgen des Klimaschutzes skizziert und prognostizieren, dass dieser bis zum Jahr 2020 rund 500.000 mehr Stellen schaffen wird, als anderswo verlorengehen.
Die Forscher betrachteten für ihre Untersuchung verschiedene Einzeleffekte des Klimaschutzes, wie die "SZ" unter Berufung auf die Kurzfassung der Studie berichtet. Grundlage war demnach das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent zu senken.
Etwa durch die Sanierung von Häusern oder den Ausbau erneuerbarer Energien mache sich Deutschland weniger abhängig von Rohstoff-Importen. Einfuhren würden durch inländische Wertschöpfung ersetzt. "Diese Struktureffekte lassen für Deutschland tendenziell positive Effekte erwarten", heißt es laut "SZ" in der Studie. Durch Nettoinvestitionen zwischen 30 und 40 Milliarden Euro würden vor allem "inlandsbasierte und arbeitsintensivere Sektoren begünstigt".
Jobmotor Ökobranche
Studie: Umwelttechnik in einigen Jahren erfolgreicher als Maschinenbau
Frankfurt/Main - Lange fristete sie ein Schattendasein, jetzt wird die Ökobranche mit Superlativen und Erwartungen überhäuft: 2020 soll die Branche mehr Menschen beschäftigen als der Maschinenbau oder die Autoindustrie, ergab eine Studie.
Torsten Henzelmann von der Unternehmensberatung Roland Berger spricht von "der Boombranche des 21.Jahrhunderts schlechthin" - und prognostiziert der Umwelttechnik eine Billion Euro Umsatz im Jahr 2030. " Die Ökobranche entwickelt sich zur Leitbranche in Deutschland. Ein Jobmotor ist sie schon heute. 2020 wird die Branche mehr Mitarbeiter ernähren als der Maschinenbau oder die Autoindustrie", sagte er der Frankfurter Allgemeinen sonntagszeitung". Schon in wenigen Jahren nähmen Öko-Unternehmen mehr Geld ein als die beiden traditionellen Vorzeigebranchen zusammen. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) spreche daher schon von der "dritten industriellen Revolution", so das Blatt. Im Auftrag der Bundesregierung befragten die Berater von Roland Berger knapp 1500 Firmen der Umwelttechnologie und erstellen nunmehr einen Öko-Atlas Deutschland. Dieser soll zum EU-Umweltgipfel im Juni offiziell veröffentlich werden. Der Studie zufolge beschäftigt der Bereich Umwelttechnik heute eine Mio. Arbeitnehmer. Deutsche Firmen setzten schon jetzt international Maßstäbe mit der größten installierten Windkraftkapazität, der höchsten Anteil bei Regenwassernutzung und als Weltmeister bei vielen effizienten Verbrauchsgeräten.
MZ April 2007
Jobmaschine Bio-Energien
Berlin Im Bereich der erneuerbaren Energien ist die Zahl der Arbeitsplätze im ersten Halbjahr 2005 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 000 auf 150 000 gestiegen. "Die Zukunft der deutschen Energieversorgung liegt bei den erneuerbaren Energien" , erklärte kürzlich ein Aktionsbündnis aus Gewerkschaften, Unternehmensverbänden sowie Verbrauchern und Umweltschützern. 64 000 Jobs gebe es im Bereich der Windenergie, gefolgt von der Bio-Energie mit 50 000 Beschäftigen, erläutert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbaren Energie (BBE). Milan Nitzschke. In der Solarenergie arbeiten 20 000 Menschen, in der Produktion aus Erdwärme rund 10 000 und bei Wasserkraft 6000. Laut Nitschke haben erneuerbare Energien die Kernenergie in Deutschland inzwischen überholt. "Während die Kernkraft seit Jahren konstant weniger als sechs Prozent des deutschen Gesamtenergieverbrauchs liefert, konnte die Produktion aus Wind, Wasserkraft, Sonne, Bio-Energie und Erdwärme im ersten Halbjahr 2005 auf 6,4 Prozent des Bedarfs an Strom, Wärme und Kraftstoffen gesteigert werden."
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stammen neun Prozent des in Deutschland erzeugten Stromes aus erneuerbaren Energieträgern. Das entspreche 46,7 Mrd. Kilowattstunden. Strom aus Wasserkraft steht mit 48 Prozent an der Spitze, gefolgt von Windkraft mit 39 Prozent und Strom aus Biomasse (elf Prozent). MZ 26.09.05
Es reicht nicht! Selbst die Nukleare Energie Agentur (NEA) der
Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) hält die Ressourcenbasis
für einen längeren Betrieb der Atomkraftwerke
weltweit für unzureichend, so der aktuelle
Jahresbericht.
Das amerikanische Energieministerium (DOE)
rechnet damit, dass im Jahr 2030 die konventionellen
Uranreserven erschöpft sein werden.
Ab dann kann die Versorgung der AHWs nur über
schnelle Brüter sichergestellt werden -
nicht nur umweltpolitisch ein Sicherheitsrisiko,
da das erbrütete Plutonium nach Wiederaufarbeitung
für die Herstellung von Atomwaffen genutzt
werden kann.
Erstaunlich, dass es Stimmen gibt, die Atomkraft
für die Energieversorgung der Zukunft halten
... energie-server/Ausgabe 32 24.02.05
Öl und Gasreserven werden knapper
Hamburg(feb)- Die sicheren deutschen
Öl- und Gasreserven sind erneut geschrumpft.
Es sei 2004 wie schon im Vorjahr nicht gelungen,
die Entnahme aus der laufenden Förderung
mit neuen Reserven auszugleichen berichtet der
Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung.
Ursache für die Verknappung seien neben
der Entnahme auch Neubewertungen der Lagerstätten
durch die Produzenten, sagte der Verbandsvorsitzende
Gernot Kalkoffen in Hamburg. Drei von vier Explorationsbohrungen
seien nicht fündig geworden. Eine Ausweitung
der Nutzungsdauer der Reserven sei künftig
wohl nur mit großem finanziellem und technischem
Aufwand machbar. Die als sicher anzusehenden
Erdölreserven sanken den Angaben zufolge
im vergangenen Jahr auf 31(Vorjahr:36) Mio. Tonnen,
und die Erdgasvorräte gingen auf 192(206)Mrd.
Kubikmeter zurück. Insgesamt hätten
die deutschen Produzenten im abgelaufenen Jahr
26,4 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert nach
27,4 Mrd. Kubikmetern im Vorjahr, sagte Kalkoffen.
Die Erdölförderung ging entsprechend
auf 21,2 (22) Mio. Tonnen zurück. Deutschland
importiert derzeit 81 Prozent seines Erdgas-
und 97 Prozent seines Erdölbedarfs.
MUZ 25.02.05
Aufwind für Neue Energie
Die erneuerbaren Energien erhalten immer stärkeren
Rückenwind:
- Rohöl verteuerte sich in letzter Zeit
erstmals seit 1980 auf über 50 Dollar
je Barrel(159 Liter) und könnte bei einem
kalten Winter über 60 Dollar ansteigen.
- Die Internationale Energieagentur (IEA)
warnte kürzlich vor weiterem Ölimporten
aus politischen Krisenregionen und rät
zum Umschwenken auf eine andere Energiepolitik.
- Laut IEA fehle der Bundesrepublik, so die
Financial Times Deutschland, ein Plan zum
Atomausstieg, da die erneuerbaren Energien
hier noch nicht ausreichen.
- Klimabedingte Naturkatastrophen belasten
die Wirtschaft zunehmend. So kostete die Sturmserie
in Japan, Florida und der Karibik im Jahr
2004 die Münchner Rückversicherung
insgesamt 550 Mio. €.
- Nach dem Arktis-Klima-Folgen-Report von
250 Wissenschaftlern wird es bei weiterer
Erderwärmung in der Arktis in 70 Jahren
kein Eis mehr geben. Die Folgen: Ein Anstieg
des Meeresspiegels oder sogar der Abriss des
Golfstroms.(top agrar 2/2005)
Klimawandel bald unumkehrbar?
Die Klimaerwärmung könnte einer internationalen
Studie zufolge in zehn Jahren unumkehrbar sein.
Mit katastrophalen Folgen wie langen Dürreperioden,
Missernten, einen Anstieg des Meerespiegels
und ein weit verbreitetes Waldstreben. Es sei
das erste Mal, dass eine internationale Studie
einen Zeitpunkt benennt, von dem an es "kein
Zurück mehr" geben soll, berichtete
die britische Zeitung "The Independent"
am Montag den 24.01.05.
Auf erneuerbare Energie setzen
"Da tickt eine ökologische Bombe",
sagte der ehemalige britische Verkehrsminister
Stephen Byers, der die Studie mit initiert hat.
Federführend waren das britische Institute
for Public Policy Research (IPPR), das Center
for American Progress in den USA und das Australia
Institute. Die Untersuchung fordert von den
acht größten Industriestaaten bis
2025, ein Viertel ihrer Elektrizitäät aus
erneuerbaren Energien zu gewinnen.
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